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Projektbeschreibung "BABEL-Animation" METROPOLIS
Für die digitale Restoration des Fritz-Lang-Klassikers METROPOLIS, die
im Februar2001 auf der Berlinale erstmalig aufgeführt wurde, mussten
animierte Tricksequenzen, 1925 durch Mehrfachkopierung und Schablonentechnik
hergestellt, durch Digital-Animation ersetzt werden. Die Sequenzen
dienten im Rahmen einer in der Filmhandlung verwendeten Metapher
zur Veranschaulichung des Ruhmes und Verfalls der Stadt BABEL und
waren auf allen verfügbaren Filmvorlagen nur in fotografisch unbrauchbarer
Qualität erhalten.
Der einst im Original hergestellte aufstrahlende Schriftzug ‚BABEL'
- umzogen von einem animierten Strahlenkranz - war durch vielfache
Kopierung während der Überstrahlung gänzlich im weiss untergegangen
und unlesbar geworden. Die ursprünglichen Ausgangsmaterialien waren
sicher von ausgezeichneter Bildqualität, wie auch alle anderen noch
erhaltenen Trickteile der damaligen Produktion.
Eben diese Schriftanimationen aber, sind in jedem überlieferten Filmmaterial
von der gleichen schlechten Qualität. In den METROPOLIS-Rekonstruktionen
vergangener Jahre ist zudem die Schnitt-folge der BABEL-Sequenz
beliebig unterschiedlich gewählt worden. In der viragierten (eingefärbten)
Positiv-Kopie des George-Eastman-House in Rochester,USA aus dem
Jahre 1926 war die Schnittfolge beispielsweise bereits abweichend
vom Original-Drehbuch und somit gab es Diskussionsstoff auch inhaltlicher
Art, diese Sequenzen heute wieder neu herzustellen. Der Schlüssel
zur aktuellen Rekonstruktion dieser Szene sollte das Original-Drehbuch
sein. Die genaue Bildzahl jedes Teils der Animation wurde analog
zur textlichen Aussage im Drehbuch festgelegt und in die Handlung
eingesetzt.
Drehbuchauszug:
135. Bild
- stilisierter Himmel, hell
- der königliche Mensch kniet in Anbetung und Verzückung, breitet die Arme weit, feierlich jauchzend:
- BABEL - (leuchtend, nach oben ausstrahlend)
136. Bild
- am Quaderblock nur eine Ecke des Quaderblocks, fast ganz das Bild
ausfüllend ein Menschenhaufen - quält sich an der Rolle, fast zu
Gewürm geballt und unter die Last geschoben, die Köpfe heben sich
- knirschend, fluchend, ächzend, schäumend:
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BABEL - (dunkel, glimmernd, in sich zuckend, nach unten tropfend)
bei jeder Überblendung größer werdend Überblendung "Lobgesang des
Einen wurde Fluch des anderen..."
Letztlich enthält nun die 2001er Rekonstruktion von METROPOLIS nicht nur die
hochauflösend gescannte und retuschierte Bildqualität der erhaltenen
80% Bildmaterial des erhaltenen Original-Negativs, sondern auch
eine trotz digitaler Animation sehr authentisch wirkende Rekonstrukiton
dieser aussagekräftigen Szenenfolge.
Der gesamte Film wurde wieder auf neues Negativmaterial ausbelichtet
und enthält nun die BABEL-Sequenz in einer Bildqualität die "...seit
der Herstellung des Films in den 20ern nicht schöner war..."
(The Hollywood Reporter, 03-01)
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Die Digitale Restoration entstand unter der Leitung von Thomas Bakels
Fa. ALPHA OMEGA Film und Video GmbH
- Die digital rekonstruierte "Babel" Animation fertigte die Fa. allez! - the creative company GmbH aus München an.
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